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Badisches Tagblatt

28.11.2017

Pianist überzeugt mit virtuoser Fingertechnik
Werke von Brahms, Schubert und Beethoven erklingen bei Konzert am Sonntagnachmittag

Perlen der Klaviermusik präsentierte der Pianist Ulrich Roman Murtfeld beim Klavier-Rezital am Sonntag in der Kurpark-Residenz Bellevue. Eingebettet in Werke von Brahms und Schubert stellt er die Sonate C-Dur von Beethoven in den Fokus seines Konzertes. Graf Ferdinand von Waldstein ist der Widmungsträger und Namensträger dieser Sonate. Sie gilt als ein Meisterwerk von brillanter Virtuosität.

Mit rhythmisch prägnanten Bassfigurationen eröffnete der Pianist das Allegro con brio. Es entstand eine Aura innerlicher Erwartung. Dynamisch changierend bewegte er sich im Raum weicher Piani, aber auch schlagender Fortissimi, die durch die Holzplatte unter dem Instrument leider zu forciert wirkten. Murtfeld setzte im zweiten Thema Energien im ebenmäßigen Fluss eines Chorals frei. Letztlich gelang es ihm, stetig neue Klangräume zu schaffen, dabei zog er alle Register der Klaviertechnik. Das kurze Introduzione erhielt mit seinem besonderen Ton des Werdens und Erwartens eine gelungene Darbietung. In den Zwischenspielen entfaltete der Pianist ein pianistisches Feuerwerk, wobei die Trillerketten wirkungsvoll herausstachen. Bei zuspitzender Dramatik konnte er die damit verbundene Spannung energetisch aufladen - im Wechsel von Melodieketten bis zu nachdrücklichen Klangexzessen.
Vier Jahre vor seinem Tod schuf Brahms Klavierstücke, darunter diejenigen aus op. 118. Aus ihnen wählte Murtfeld Nr. 2 und 3. In dem Stück A-Dur zeigte er tiefstes Empfinden auf, Innigkeit und Herzlichkeit strömte durch den Raumk. Aber auch die zwischenzeitlichen Gefühlsausbrüche formte er in bewegender Gestaltung. Voller Kampfgeist spielte er die Ballade g-moll, spannungsreich in Dynamik und Dramatik, eingebettet mit zarter Lyrik im nahezu herbstlichen Farbenreichtum.

Ein vorwiegend dunkles Farbenspiel mit vereinzelten Leuchtfeuern versehen besaß das erste f-moll Impromptu von insgesamt vieren, die Schubert ein Jahr vor seinem Tod komponierte. Beim Übergreifen der linken Hand untermauerte der Pianist nachdrücklich die Dramaturgie des Stückes, auch wenn im rhythmischen Gleichmaß ein paar Töne "verschwanden". in Nr. 2 in As-dur, im orchestralen Klanggemälde, dominierte eine liebenswerte Liedweise, leicht einfühlsam, nachdenklich. Nr. 3 in B-Dur mit verbrämten volkstümlichen Elementen besaß einen eleganten Anfang. Virtuose Fingertechnik gab es auch ind er Zugabe "Feuerwerk" aus den Preludien von Debussy zu bewundern.