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Schwäbische Zeitung

21. September 2017

Ulrich Murtfeld spielt im Münzhof - Am 1. November steht ein Auftritt in New York auf dem Programm

Langenargen. "Perlen der Klaviermusik" hat der in Friedrichshafen lebende Pianist Ulrich Murtfeld vor Wochen in der Schlosskirche Frieedrichshafen den Zuhörern serviert. am Samstag, 30. September, bietet sich im Münzhof in Langenargen erneut Gelegenheit, seinem reifen, sensiblen Spiel zu lauschen.
Im Vorgespräch über das Programm sprudelt er: "Ich freue mich auf das Konzert, welches das Verhältnis Beethovens zu Schubert bleuchtet, die spannenden Bezüge aufzeigt." Auch wenn Schubert viele Wurzeln habe, finde man bei ihm ähnliche Spielfiguren wie beim Vorbild Beethoven, und doch sei der Jüngere woanders gelandet.
Als Einstieg hat Murtfeld Beethoven sieben Variationen über "God save the king" gewählt. mit iheren schönen, leuchtenden Harmonien sind diese ein Beispiel für Beethovens besondere Kunst der Variation, für seine Lust an Klängen, Rhythmen und Effekten, an Witz und Phantasie. Immer vergnüglich ist, wenn ein Pianist mit Beethoven Rondo a capriccio op. 129 "Die Wut über den verlorenen Groschen" über die Tasten fegt, spielerisch die Wut austobt und nach kurzer scheinbarer Beruhigung zu letzten vitalen Attacke ausholt.

Im Programm folgt die Klaviersonate Nr. 21 C-Dur op. 53, die sogenannte "Waldsteinsonate", in Frankreich auch "L'Aurore", die Morgenröte, genannt. "Sie ist einfach grandios, der Rhythmus, die mororik sind spannend vom ersten Momenat an", sagt Murtfeld. Munter stürmt die musik voran, ein warmes Seitenthema klingt wie ein Choral. Unergründlich und visionär ist das Adagio, das in stolzer Schönheit ins Licht führt. "Ich spiele diese Sonate, seit ich 16 bin, die Interpretation ist über Jahre gereift", sagt der Pianist, der die unglaubliche Spannweite des Werks bewundert. Beim Spiel in der Sdchlosskirche hat man seine Ehrfurcht vor dem Werk gespürt. Danach werden Schuberts Vier Impromptus op. 142, kurz vor dem Tode geschreiben, in ihrer ganzen Schönheit zu hören sein, ihre Warmherzigkeit wie der frohe Zauber, das Träumen und Jubilieren.
(...)
Es tut gut, hier einen reifen Pianisten zu erleben, der neben exzellenter Technik seine Lebenserfahrung und Persönlichkeit ins Spiel einbringt. Sein Ziel sind nicht eigenwillige Interpretationen, sondern das nachzuempfinden, was der Komponist ins Werk gelegt hat. Der 1970 in Frankfurt am Main geborene Murtfeld in Boston, Bukarest, Salzburg und Karlsruhe studiert, er hat Meisterklassen an der Uni von Brasilia und am Konservatorium in Baku und Gastspiele in Amerika gegeben, am 1. November tritt er im New York Lincoln Center auf - so ist es schön, dass er zuvor in Langenargen spielt und die Atmosphäre im Münzhof schätzt.

Christel Voith