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Badisches Tagblatt

07. Oktober 2015

Virtuose Instrumentalisten
Trio begeistert mit Kammermusik in der Kurpark-Residenz Bellevue

Baden-Baden - Der Pianist Ulrich Roman Murtfeld, ehemaliger Brahmshaus-Stipendiat, feierte zusammen mit sienen Instrumental-Partnern Dörte Sehrer, Klarinette, und Stephan Breith, Violoncello, ein Wiedersehen mit der Kurstadt im Konzertsaal der Kurpark-Residenz Bellevue. Das Trio präsentierte in seiner ungewöhnlichen Formation ein Kammerkonzert der ganz besonderen Art.
Eröffnet wurde der Abend mit dem Trio Es-Dur für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 44 von Louise Farrenc, einer auch von Robert Schumann lobend erwähnten und viel beachteten französischen Komponistin des 19. Jahrhunderts. Drei gleichberechtigte Stimmen maßen sich in den vier Sätzen des Werkes im musikalisch gut durchdachten munteren Fabulieren. Im langsamen Satz, Adagio, übernahm die Klarinette den sonoren satten Gesang des Violoncellos, und zu dritt führten sie im sehr gut abgestimmten Miteinander diesen Satz zu Ende. Einem munteren, übermütigen Minuetto Allegro folgte das Finale Allegro, in dem jeder der drei Instrumentalisten seine große Virtuosität ausüben konnte.
Alle drei Musiker, die schon seit mehreren Jahren kammermusikalisch zusammenarbeiten, sind hervorragende Vollblutmusiker. Dörte Sehrer und Stephan Breith, beide Mitglieder des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden, Breith als Solo-Cellist und Konzertmeister, haben in dem Pianisten Murtfeld, der im Jahr 2017 auch wieder ins Brahmshaus einziehen darf, einen souveränen Partner an ihrer Seite.
Vor dem zweiten Programmpunkt ihres Kammerkonzertes, dem Duo in B-Dur für Klarinette und Fagott (Violoncello) WoO 27,3 von Ludwig van Beethoven, verlas Breith einen sowohl tiefsinnigen als auch humorvollen Text über "Beethoven mit den kranken Ohren". In den zwei Sätzen des Duos konnte man den warmen Sound des Cellospiels mit der so anders klanggefärbten Klarinette bewundern.
Diesem eher heiteren Duo folgte das dramatische, höchst anspruchsvolle Trio d-moll op. 3 für Klarinette, Violoncello und Klavier von Alexander von Zemlinsky, der das Werk ein Jahr vor dem Tod von Johannes Brahms komponiert hat. Brahms gehörte zu Zemlinskys Förderern, den musikalischen Einfluss auf die Werke seines Schützlings konnte man auch in diesem Kammerkonzert gut heraushören. Mit großem musikalischen Ernst, äußerster Differenziertheit im Miteinander und Gegeneinander Musizieren interpretierte das Trio dieses Werk und steigerte sich bisweilen zur orchestralen Wirkung.
Es war eine Freude zuzuhören und zuzusehn, was das Publikum mit begeistertem Beifall bestätigte.

Karen Streich