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Piano News - Magazin für Klavier und Flügel

1. November 2014

CD-Besprechung Piano News Ausgabe 6/2014

"American Recital" heißt diese CD und tatsächlich bietet sie einen ebenso interessanten wie kurzweiligen Querschnitt durch die nordamerikanische Klaviermusik zwischen 1850 und 1980. Die vielleicht reizvollsten Stücke finden sich gleich zu Anfang. Komponiert hat sie der 1829 in New Orleans geborene Louis Moreau Gottschalk, dessen Namen nur die wenigsten kennen dürften. Pianst Ulrich Roman Murtfeld hat ein Ohr für die versteckten Schönheiten der Werke, er inszeniert sie effektvoll (vor allem seine rechte Hand entlockt dem Klavier die herrlichsten Töne!), aber auch wie ein bewusst planender Architekt. Mantra-mäßig minimalistisch, wenn auch auf Dauer ein klein wenig ermüdend (was aber nicht am Pianist liegt!) gibt sich das "Opening Piece" aus den "Glassworks" von Philip Glass. Ein weiteres Glanzlicht der Aufnahme setzt das "Klavierstück Nr. 4" von Frederic Rzewski, über das es im lesenswerten Booklet-Text heißt, dass es sich dabei um eine Etüde über Tonrepetitionen handelt, die die gesamte Tastatur erfassen und deren Grenzen zu überwinden suchen. Es ist eine Freude, Murtfeld dabei zu lauschen, wie er alle avantgardistischen und traditionellen Mittel, die der Komponist hier wie bei einer Achterbahnfahrt zu Anwendung bringt, pianistisch undintellektuell mit Leben füllt, um den revolutionären Gestus der Musik zu treffen. Und die Klaviersonate von Barber? Hat man auch schon lange nicht mehr so gut gespielt auf einer CD gehört. Top!

Burkhard Schäfer