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L'Alsace

12. Juni 2006

Andlau – Musik für den König

Festival "Itinéraires" / Elsass


Das Klenke-Quartett und der Pianist Murtfeld haben Begeisterung beim Publikum ausgelöst. Betörend, feurig, funkelnd, nichts wäre übertrieben, um die Darbietung der aus Deutschland gekommenen jungen Musiker zu beschreiben. Sie gaben eine Hommage einerseits an den „Silbernen König“ der Prager Künstlerin Kveta Pacovska andererseits auch an Mozart aus Anlass seines 250. Geburtstagjahres und an Schumann anlässlich des 150. Todesjahrs.

In dem Streichquartett in B-dur KV 589, komponiert von Mozart im Jahre 1790, offenbarten Annegret Klenke, erste Geige, Beate Hartmann, zweite Geige, Yvonne Uhlemann, Bratsche und Ruth Kaltenhäuser, Violoncello, ein musikalisches Talent von sensibler Majestät. Diese jungen Damen, die den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland auf offiziellen Besuchen in Mexiko, Chile, Uruguay und Brasilien begleiteten, leben ihre Musik in meisterhafter Weise. Aufmerksame Interpretation, Atem, Präzision, alles dient einer himmlischen Harmonie.

„Das Werk eines Dompteurs“
Überraschend war der Auftritt von Ulrich Roman Murtfeld und seine Fingerfertigkeit von seltener Beweglichkeit, als er Auszüge aus den Préludes pour piano von Claude Debussy spielte. Ruhig aber unglaublich konzentriert explodierte der Pianist geradezu, als er zum ersten Mal in Frankreich das „Hörfenster für Franz Liszt“ für Klavier solo (1986) von der 1953 geborenen Adriana Hölszky aufführte. Der Spieler ist Dompteur seines Instruments, zähmt es, behandelt es grob, entlockt ihm ungehörte Emotionen. Das Publikum blieb verblüfft und entzückt, den Atem anhaltend. Schließlich und zu guter Letzt, ein romantisches Meisterwerk par excellence von Robert Schumann: Das Klavierquintett in Es-dur. Alle erlagen dem Charme, so sehr trieb die Virtuosität, die von einem erhabenen Gefühlserleben der Künstler bestimmt war, die Melomanen zu Höhepunkten der Freude. „Welch Glück!“ rief Maurice Laugner aus, als er den Musikern ein Geschenk überreichte. Das von den Zuhörern geäußerte „Ah“ zeigte das Gefühl der Freude und der Bewunderung. Der nicht enden wollende Applaus bestätigte den Rest. Wunderbar…

Gilbert Mosser