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Bonner Rundschau

4.8.2000

Klaviersommer 2000 - Die Welt der Feen und Nixen

Auch Frankreich ist ein weites Feld: Den letzten Abend des Klaviersommers 2000 "Von fremden Ländern und Menschen" grenzte Pianist Ulrich Murtfeld denn auch auf Werke des 20. Jahrhunderts ein.
Den Impressionisten Ravel und Debussy, die kaum fehlen durften, standen nach der Pause die eher neoklassizistisch zu nennenden Komponisten Poulenc und Dutilleux gegenüber. Murtfeld begann mit zwei Stücken Ravels, "Oiseaux tristes" und "Une barque sur l'océan" aus dem Zyklus "Miroirs", die er mit romantischem Rubato, sehr zart und auf poetische Verzauberung hin anlegte. (...)

"Schluss mit den Wolken, den Wellen, den Aquarien, den Undinen..." diese programmatischen Worte Cocteaus markieren den Bruch, den die Generation Poulencs und Dutilleux' mit der impressionistischen Ästhetik vollzog: Nun galten wieder der prägnante melodische Einfall, schmissige Rhythmen (der Jazz lässt grüßen) und klassisch klare Formen. Murtfeld brachte sowohl Poulencs Witz (in den vier Stücken aus "Promenades", weniger einfallsreich die "Trois mouvements perpétuels"), als auch die durchaus klassische Ausdruckskunst der Dutilleuxschen Sonate gekonnt zur Geltung. Wie zur Versöhnung beider Welten erklang als Zugabe Schumanns erste Kinderszene, die ja das Motto des Sommers geliefert hatte: klar und zart, singend und leuchtend. Ein schöner Abschluss und viel Beifall aus dem nicht ganz vollbesetzten Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses.